AKTUELLER SPENDENAUFRUF

Liebe Gemeinde, aus aktuellem Anlass hat die Gemeindeleitung entschieden, die Gottesdienstkollekte am 13.9.20 für die Geflüchteten aus dem abgebrannten Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos zu bestimmen. Zurzeit sind Pfarrerin  Ute Gniewoß und Konrad Wolf aus unserer Gemeinde dort. Sie haben uns zur aktuellen Lage einen Bericht mit einem Spendenaufruf geschrieben (zum Lesen bitte hier anklicken).

DER WINTER KOMMT - UNSERE SOLIDARITÄT IST GRENZENLOS
Auch mit Sachspenden können Sie helfen:
Die HEILIG-KREUZ-KIRCHE ist eine von vielen Sammelstellen
der Initiative "Wir packen´s an - Nothilfe für Geflüchtete".

Schon bald müssen viele schutzsuchende Menschen den nächsten kalten und nassen Winter unter dünnen Zelten und Planen, ohne Heizung und Dach über dem Kopf überstehen. Wir sammeln bis zum November Sachspenden für den Balkan, Lesbos, Chios, Patras, Athen, Thessaloniki und für Rojava/Syrien: Die Bedarfsliste finden Sie hier.
Bitte nur auf der Bedarfsliste aufgeführte saubere Sachspenden bringen. Annahme ist im Gemeindebüro der Heilig-Kreuz-Kirche (Zossener Str. 65, 10961 Berlin): montags und mittwochs 10-13 Uhr, dienstags 14.30-18 Uhr und donnerstags 14.30-16 Uhr.

 

 

Neue Ehrenamtliche für Deutschunterricht herzlich willkommen!

Aktueller Stand zur Flüchtlingsbetreuung in unserer Kirchengemeinde

- ein Bericht von Marita Lessny 

Sind es noch Flüchtlinge? Diese Frage stellen wir Ehrenamtliche im rosa Haus seit einiger Zeit. So lange waren wir mit erster Hilfe beschäftigt. All die notwendigen Dinge des Alltags mussten organisiert und begleitet werden.

Viele sind bei ihrer Familie in sehr kleinen Orten und Dörfern am Rand der Sahara aufgewachsen. Sie haben frühzeitig gelernt, für das Gelingen des Familienunterhalts mitverantwortlich zu sein. Jeden Tag weit zum nächsten Wasserloch zu laufen, um für die Familie und die Tiere Trinkwasser zu haben. Auch die Fürsorge der Tiere,oft Ziegen oder Kamele, war eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Kinder. Auch musste in der kargen Wüstenlandschaft Gemüse und Früchte zur Ernährung der Sippe angebaut werden. Ein Leben, das die meisten von uns nur aus dem Fernsehen kennen. Da war die Wanderschaft in andere Gegenden, z.B. Libyen notwendig, mit dem Wunsch eine gute Arbeit zu finden. Mit dem verdienten Geld konnte die Familie unterstützt werden. Der Krieg beendete abrupt diese Arbeitsmöglichkeit. Ohne ihre persönlichen Sachen mitnehmen zu können, geschweige das verdiente Geld vom Konto zu holen, wurden sie zusammengepfercht und auf Boote verbracht. So kamen sie über Lampedusa nach Berlin.

Auf dem Oranienplatz fanden sie eine Gemeinschaft mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Aber ohne Arbeitserlaubnis kein besseres Leben! In dieser Situation sind wir- als Gemeinde ihnen- als Flüchtlinge- begegnet. Wir haben zusammen viel erreicht. In unserer „rosa Haus-Schule“ auf dem Friedhof am Südstern schafften wir einen Ort, an dem junge Männer (ca. 65-70) und ein paar junge Frauen (8) Deutsch lernen können. Viele haben im Heimatland nie eine Schule besucht und wenn doch, dann unter erschwerten Bedingungen. Manche Schüler berichten von Holzscheiben, die mit Kohlestücke beschrieben wurden. So lernten sie Schriftzeichen.

Von unseren Schülern haben doch etliche einen Ausbildungsplatz erhalten. Z.B. Glaser, Maler, Friseur, Krankenpflege, Altenpflege oder einen Arbeitsplatz z.B. im Hotel, Gaststätte,Gartenpflege, Dachdecker, Möbeltischler, bei Zalando, Seifenherstellung, einige sind auch noch in einem einjährigen Integrationskurs. Das wirft jetzt ganz neue Herausforderungen für uns Ehrenamtliche auf. Bisher hatten wir feste Zeiten für unsere Lernangebote. Aber immer öfter wird individuelle Hilfe benötigt. In der Berufsschule wird vieles Wissen schon vorausgesetzt. Welche Laub- und Nadelbäume werden als Hart- oder Weichholz bezeichnet? Und die Schädlinge, auf die vor der Holzbearbeitung zu achten ist? Umweltbewusstes Umgehen mit Stoffen und der umweltgerechten Entsorgung der Arbeitsabfälle? So sind wir plötzlich Malerhelfer, Glasereigehilfe, Friseurhelferin und, und, und….

Die Handwerksberufe sind verbunden mit körperlicher, schwerer Arbeit, mit Arbeitskleidung und Arbeitsschuhen. Viele möchten deshalb erstmal nach Hause,duschen und was essen. Dann reicht, je nach Entfernung der Unterkunft die Zeit nicht aus. Am späteren Abend oder gar am Wochenende konnten wir fast Niemanden finden, der sich zum Lernen mit einem Auszubildenden trifft.

Wenn Sie also interessiert sind und mehr zu den Aufgaben wissen möchten, melden Sie sich sehr gerne bei mir. Wir können dann alles Weitere besprechen.  

Marita Leßny, Koordination Rosa Haus-Schule Südstern, 01629498223

 

 

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