Aktueller Stand zur Flüchtlingsbetreuung in unserer Kirchengemeinde

- ein Bericht von Marita Lessny 

Schon öfter habe ich Ihnen von den Flüchtlingen berichtet, die unsere Gemeinde betreut. Fast 2 Jahre lebten sie im grauen Haus, auf dem Friedhof Bergmannstrasse. Inzwischen in angemieteten Räumen des Friedhofverbandes, als WGs.

Sie werden weiterhin von den Ehrenamtlichen des rosa Hauses bei den Unwegsamkeiten des Alltags, z.B. bei Behördengängen, Schulsuche, Ausbildungssuche, Arztbesuchenetc. begleitet (Abdu war gerade beim Zahnarzt, der meinte, er brauche eine Zahnreinigung und dann bekam er die Rechnung:120 €,  mit Begleitung wär das nicht passiert).

Deutschkurse sind ein weiterer, sehr wichtiger Punkt zur Integration. Seit dem 10. Dezember 2014 gibt es ehrenamtlichen Deutschkurs im „rosa Haus“ auf dem Friedhof Bergmannstr/Südstern. Bisher wurden 59 Männer und zwei Frauen aus Afrika unterrichtet, die sonst keinen Zugang zu Bildung bekamen, da sie keinen Aufenthaltsstatus in Berlin hatten und zum größten Teil Analphabeten sind. Von August 2016 lernten 16 Männer täglich für die B1 Prüfung, die am 20. Dezember stattfand.

Hospitation in einer Firma ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in unsere Gesellschafft. Die Kirche hat geschafft, für viele Geflüchtete einen Praktikumsplatz in einer Firma zu finden. Deswegen hat das rosa Haus ein verändertes Konzept entwickelt. Neben dem Spracherwerb steht jetzt vor allem fachbezogenes Lernen auf dem Stundenplan.

Da die jungen Männer jetzt in Berufsvorbereitungskursen oder in der Ausbildung sind, gestalten wir unser rosa Haus sehr flexibel und individuell. Jede Berufsgruppe braucht ihre spezielle Förderung. Daher treffen sich die Schüler mit einer/m Ehrenamtlichen und lernen gemeinsam für die Berufsschule. Für uns HelferInnen ist das eine spannende Herausforderung, da wir uns dafür auch in ganz neuen Themen bewegen. Auch Debatten zu Themen wie Hygiene, Umweltschutz, Rechte und Pflichten, Umgang mit Geld und vieles mehr.

Natürlich kommt auch der Spaß im rosa Haus nicht zu kurz. Wir kochen zusammen, essen gemeinsam, unternehmen Ausflüge

Viele Ehrenamtliche investieren sehr viel Energie und ihrer Zeit, um den Flüchtlingen beizustehen und sie zu begleiten.

Aus der 1. Hilfe in der großen Notlage, in der sich die Flüchtlinge lange Zeit befanden, ist ein Motor für lebendige Demokratie und Mitgestaltung geworden. Da jeder zu unterschiedlichsten Zeiten Hilfe braucht, sind uns neue Ehrenamtliche herzlich willkommen

maritaLeßny, Mobil: 01629498223
Universal-Stiftung Helmut Ziegner
Pädagogische Mitarbeiterin Projekt Türöffner
Jägerstr. 39a, 12209 Berlin
und
Heilig Kreuz Passion
Koordinat rosa Haus Schule auf dem Friedhof
Südstern 10, 10961 Berlin

 

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Unterstützen Sie Flüchtlinge im Kirchenkreis Berlin Stadtmitte!


Raum ist in der Herberge Europa: Flüchtlinge kommen nach Berlin.

Seit September 2014 beherbergen und versorgen evangelische Kirchenkreise und Gemeinden Flüchtlinge. Der Großteil der Flüchtlinge kommt aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Sie sind seit Jahren auf der Flucht. Die meisten der Flüchtlinge waren zuvor auf dem Oranienplatz. Sie sind auf dem Seeweg über das Mittelmeer als „Lampedusa-Flüchtlinge“ nach Europa gekommen. Ihr Aufenthaltsstatus ist vielfach noch ungeklärt. Die Flüchtlinge werden von kirchlich engagierten Menschen ehrenamtlich begleitet.

Wie können Sie mithelfen?

  • Mit 9 Euro pro Tag decken Sie Unterbringung und Versorgung mit dem Nötigsten für einen Flüchtling.
  • Mit 60 Euro finanzieren Sie eine BVG-Monatskarte für Wege zum Sprachkurs, zum Hospitationsplatz oder zu Freunden.
  • Was auch hilft, sind Kontakte zu Betrieben, die Hospitationsplätze für Flüchtlinge bereitstellen.
  • Spenden an:
    Kirchenkreis Berlin Stadtmitte
    IBAN: DE98 520 6041 010 0399 5577
    Verwendungszweck: Flüchtlingsunterbringung

 

Starten statt Warten

Wir können nicht warten, bis andere etwas tun, sondern geben Hilfe zur Selbsthilfe:

  • Sprache lernen: Ehrenamtlich Helfende geben Sprachkurse für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Gartenschule: Gärtnerische Grundkenntnisse vermittelt die Gartenschule auf der Grünfläche eines evangelischen Friedhofs.
  • Hospitation: Viele Flüchtlinge würden gerne arbeiten oder eine Ausbildung beginnen – ihr ungeklärter Aufenthaltsstatus lässt das derzeit nicht zu. Der Kirchenkreis vermittelt ehrenamtliche Mitarbeit in kirchlichen Einrichtungen: Die Männer knüpfen erste Kontakte in die Berufswelt, können später eventuell eine Ausbildung beginnen.

Weitere Informationen beim Kirchenkreis Berlin Stadtmitte: Tel. 030/ 258185-291 oder über E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!