Dörthe Gülzow ist seit Mai Pfarrerin (im Entsendungsdienst) in unserer Kirchengemeinde.
Sie ist Nachfolgerin von Pfarrerin Ulrike Klehmet und hat deren Aufgaben übernommen,
u.a. in der pastoralen Betreuung der KITA-Kinder und bei LAIB und SEELE,
der Lebensmittelausgabe für Bedürftige in der Passionskirche.

 

Ich freu mich auf mehr...

In Kreuzberg fing alles an. 2006 wagte ich meine ersten Schritte auf dem Berliner Pflaster - als Freiwillige im FSJ Kultur in einem Theaterverein in der Oranienstraße, die erste eigene Wohnung mit Kochnische in der Köpenicker Straße. SO 36 also.

Damals gab es Abstecher nach Kreuzberg 61, auch zu Veranstaltungen in Heilig Kreuz – Passion, obwohl das Pfarramt noch längst nicht in Sicht war. Denn gemäß Tucholskys Einsicht, dass Umwege die Ortskenntnis erweitern, habe ich auf meinem bisherigen Lebensweg gerne nach rechts und links geschaut: Beim Austauschjahr in Finnland, beim Work &Travel in Kanada, im Handballverein und bei Theaterprojekten, beim Anglistik- und Pädagogikstudium neben der Theologie, bei meinem hochschulpolitischen Engagement sowie verschiedenen Nebenjobs, u.a. in einer Spargelbude, im Berliner Olympiastadion und in der Großküche einer Landesvertretung: bei meinen Erfahrungen in Lehre und Forschung an der Universität nach dem 1. Examen sowie immer wieder auch auf kürzeren und längeren Reisen ins Ausland.
All diese (Um)Wege, nicht zuletzt die Jugendzeit in einer Gemeinde in meiner Bremer Heimat und die Ausbildungszeit im Kirchenkreis Reinickendorf, haben Wichtiges zu meiner Entscheidung fürs Pfarramt beigetragen, und es ist schön, die Reise und meinen Entsendungsdienst nun in Heilig Kreuz - Passion fortsetzen zu dürfen. Dabei halte ich es bleibend für wichtig, nach rechts und links zu schauen, sensibel zu sein für die verschiedenen Lebensrealitäten im Kiez und in der Stadt, offen für die Menschen um uns herum. Mindestens genauso wichtig finde ich es, bei meinem und unserem Tun die Freude nicht zu vergessen: Schließlich ist es nicht selbstverständlich, Teil einer lebendigen und demokratischen Gemeinschaft sein zu können, in der sich Menschen in all ihrer Verschiedenheit füreinander einsetzen, die Frage nach Gott und den (Un-)Tiefen des Lebens nicht verstummt und Tradition und Gegenwart in den Dialog miteinander treten.

Viel Leben und Freude sind mir schon begegnet in meinen ersten Wochen hier.
Dafür bin ich dankbar und freue mich auf mehr.    
Ihre Dörthe Gülzow